Die Kirche Campen

Die Reformierte Kirche Campen befindet sich im gleichnamigen ostfriesischen Ort in der Gemeinde Krummhörn. Ihre Ursprünge reichen in das späte 13. Jahrhundert zurück, wobei das Dorf bereits im 10. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Im Zuge der Reformation wandte sich die Gemeinde früh dem reformierten Bekenntnis zu, was zu Spannungen mit dem lutherischen Grafenhaus führte. Besonders 1564 kam es zu Konflikten, als die lutherische Prinzessin Katharina die Herrschaft übernahm und einen lutherischen Pfarrer einsetzte. Der Widerstand der Bevölkerung war jedoch stark, sodass sich langfristig das reformierte Bekenntnis durchsetzen konnte.

Im Jahr 2024 fusionierte die Kirchengemeinde Campen mit den reformierten Gemeinden Hamswehrum und Upleward zur gemeinsamen Evangelisch-reformierten Gemeinde Campen-Hamswehrum-Upleward.

Ansicht der Kirche Campen von Frisia Orientalis (CC-BY-SA 3.0)
Ansicht der Kirche Campen von Frisia Orientalis (CC-BY-SA 3.0)

Architektur

Die Kirche ist eine mittelalterliche Backstein-Saalkirche, deren rechteckiger Baukörper im Wesentlichen erhalten geblieben ist. Das Gebäude misst etwa 24 Meter in der Länge und 10 Meter in der Breite. Charakteristisch sind die jeweils drei Fenster an der Nord- und Südseite; die südlichen Fenster wurden um 1500 vergrößert, um den Innenraum besser zu belichten. In der Ostwand befindet sich eine gestaffelte Dreifenstergruppe.

Die ursprünglichen Portale an Nord- und Südseite wurden im 16. Jahrhundert zugemauert. Ebenfalls vermauert ist ein sogenanntes Hagioskop in der Südwand. Nordwestlich der Kirche steht ein freistehender, geschlossener Glockenturm. Er beherbergt eine Glocke aus dem Jahr 1295 und zählt damit zu den ältesten erhaltenen Glocken Ostfrieslands.

Blick in die Kirche Campen von Wikiwal (CC-BY-SA-4.0)
Blick in die Kirche Campen von Wikiwal (CC-BY-SA-4.0)

Orgel & Ausstattung

Der Innenraum ist dreijochig und wird von ornamentierten Domikalgewölben überspannt. Bei Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1938/39 wurden mittelalterliche Wandmalereien freigelegt. Besonders bemerkenswert sind Jagdszenen im mittleren Gewölbejoch, die symbolisch als Darstellung des Kampfes zwischen Gut und Böse gedeutet werden.

Die hölzerne Kanzel stammt aus dem Jahr 1794. Sie ist reich mit Rankenwerk verziert und besitzt einen achteckigen Schalldeckel.

Die Orgel wurde 1835 erbaut, wobei Material einer älteren Barockorgel aus dem 18. Jahrhundert wiederverwendet wurde. Es handelt sich um eine einmanualige Brüstungsorgel mit angehängtem Pedal und sieben Registern. 1997 wurde das Instrument restauriert und befindet sich seither wieder in einem spielbaren Zustand.

Blick auf die Kanzel der Kirche Campen von Wikiwal (CC-BY-SA-4.0)
Blick auf die Kanzel der Kirche Campen von Wikiwal (CC-BY-SA-4.0)

Evangelisch-reformierte Kirche Campen

Am Glockenturm 1
26736 Krummhörn


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Als Quelle für diesen Artikel wurde der Eintrag zur Kirche Campen von Wikipedia.org herangezogen (zuletzt besucht am 21.02.2026).